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Vollversammlung 2013 Riser PDF Drucken E-Mail
22.03.2013

Bericht Toni Riser

Vor gut einem Jahr sind wir hier zusammengekommen, um den Agrargemeinschaftsverband Westösterreich zu gründen. Schon damals war eindeutig klar, dass wir Agrargemeinschaftsmitglieder  auf Grund der historischen und rechtlichen Tatsachen, Gesetze, Verträge und Urkunden  die redlichen ehrlichen und wahren Eigentümer unserer Gemeinschaftsliegenschaften sind. Vor einem Jahr war ich noch so  naiv zu glauben, dass wir nur die lückenlosen Urkunden vorlegen müssten, dann würde uns Recht gesprochenen.

Leider wurden wir mit dieser einfachen und klaren  Rechtsmeinung bisher enttäuscht! Der Tiroler Agrarstreit hat sich zu einer politischen Rechtskatastrophe entwickelt, bei der es scheinbar nur mehr Verlierer geben kann. Als alter Optimist glaube ich aber fest daran, dass eine für alle Tiroler guten Willens einsehbare Lösung möglich ist. Dazu wäre eine wissenschaftlich  glaubwürdige,  rechtliche und historische Aufarbeitung des Agrarthemas außerhalb Tirols notwendig. Dieser Appell ist bisher bei Freund und Feind auf taube Ohren gestoßen.

 

Unser Ziel ist daher eine Thematisierung des Tiroler Agrarstreites in Österreich, in den Nachbarländern und in den Europäischen Gerichtshöfen. Diesem Zweck  dient auch die Bürgerinitiative, die derzeit zur Behandlung beim Petitionsausschuß des Parlaments in Wien liegt.     Herzlichen Dank allen, die mit ihrem Einsatz ermöglichten ein schweres Paket mit über 6691 Unterstützungserklärungen abzugeben. Selbstverständlich werden von uns inzwischen viele Entscheidungsträger in  Österreich und Europa von den politischen, rechtlichen  und wirtschaftlichen Verwerfungen in Tirol, ausgelöst durch den Agrarstreit laufend unterrichtet.

 

Im Umgang mit der offiziellen Presse in Tirol meine ich erkennen zu können, dass wir Bauern schon unwiderruflich als  Diebe am Gemeindegut medial abgestempelt sind und damit unsere Sichtweisen nicht mehr berichtenswert sind. Jede der politischen Attacken konnten wir im letzten Jahr fachlich und sachlich widerlegen. Leider fanden wir dafür in der Presse wenig Gehör.

Aus diesem Grund bin ich besonders froh, dass das Magazin GEMEINDEGUT nun zum ersten Mal erschienen ist. In dieser Zeitung kommen neben vielen anderen  interessanten Themen rund um Tiroler Lebensart, Tradition, Kirche und Wissenschaft auch wertfrei recherchierte Inhalte des Agrarstreites vor. Dies aber in einer korrekten Form, sauber recherchiert und ohne irgendwelche politischen Untergriffe.

Zuletzt noch einen politischen Ausblick.

Seit 5 Jahren sind wir Agrargemeinschaftsmitglieder  politische Zielscheibe. Auf diese Zielscheibe wurde und wird politisch und medial scharf geschossen.Verantwortungslos ist dabei von bestimmten Politikern und bestimmten Medienleuten, dass diese bewusst und schonungslos auf den Ruf und die Ehre von18.000 Mitbürgern samt ihren Familien zielen.  Auch dieses Tiroler Politdesaster trägt dazu bei, den Tiroler  Agrarstreit über die Grenzen zu thematisieren.

Wir haben noch einige Wochen Zeit, um uns über die reichlich antretenden Parteien ein Bild zu machen. Eines würde ich bitten. Verweigert euer Wahlrecht nicht. Das Recht zu Wählen ist neben dem Recht der freien Meinungsäußerung eines unserer höchsten Güter. Im Zweifel wählt von den politischen Übeln das kleinere.

Wir sind schon etwas besonderes. Es ist Vorwahlzeit,  400 Leute sitzen hier im Saal und kein Politiker getraut sich dabei zu sein. Das nennt man Alleinstellungsmerkmal.

Ein Versprechen gilt über den 28. April hinaus. Wir werden nicht aufgeben. Wir werden weiter mit allen uns im Rechtsstaat und in den europäischen Gerichtshöfen offen stehenden Mitteln für unser Recht kämpfen.

 
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