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Unterländer Firma auf Gemeindegut errichtet PDF Drucken E-Mail
23.08.2012
 

Unterländer Firma auf Gemeindegut errichtet – Gemeinde  freut sich über Umsätze – Kosten bleiben bei der Firma!

Wie die Tiroler Tageszeitung am 25.07.2012 exklusiv berichtete, hat die Agrarbehörde am 20.07. entschieden, dass die Produktionsstätten und Firmengebäude auf atypischem Gemeindegut errichtet wurden. Im einzelnen wurde mit Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung, Abteilung Agrarbehörde folgendes erkannt: „Es wird festgestellt, dass Betrieb und Unternehmen  die Substanz des agrargemeinschaftlichen Grundstücks gemäß § 33 Abs. 2 lit. c Z 2 TFLG 1996 betreffen und dass die erzielten Einnahmen aus dieser Tätigkeit dem Rechnungskreis II zuzuordnen sind; von den anfallenden Umsätzen ist die Aktiengesellschaft berechtigt, die Belastung durch die land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsrechte in Abzug zu bringen. Die anfallenden Kosten verbleiben bei der Aktiengesellschaft.“

Die Presseabteilung der Firma  erklärte dazu, dass das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs selbstverständlich umzusetzen sei. Die Buchhaltungsabteilung sei bereits angewiesen worden, einen Rechnungskreis II einzurichten. Man erachte es als Selbstverständlichkeit, dass zu allen Geschäftsführungssitzungen sowie zu den Sitzungen des Aufsichtsrates in Hinkunft der Bürgermeister und die übrigen Mitglieder des Gemeinderates zugezogen werden. Selbstverständliche würden alle unternehmerischen Entscheidungen nur mehr nach den Vorgaben des Bürgermeisters und des Gemeinderates getroffen. Auch mit dem Umstand, dass die laufenden Kosten dem Rechnungskreis I zugeordnet wurden, hätte man sich vertraut gemacht. Aufsichtsrat und Geschäftsleiter hätten beschlossen, bei den Mitgliedern der Eigentümerfamilie in Hinkunft Stockgeld und Robotschichten einzufordern. Dasselbe sei für die Arbeitnehmer des gesamten Konzernes angeordnet worden. Alle Beteiligten freuen sich auf die entschädigungslose Arbeitsleistung als neuer Staatsbetrieb.

Soweit die Tiroler Tageszeitung am 25.07.2012.

Liebe Leser!

Natürlich ist diese Geschichte erfunden. So ähnlich wie sich diese Unternehmerfamilie  fühlen würde, so fühlen sich aber die Mitglieder der Agrargemeinschaft Tanzalpe Jerzens, welche durch persönliche Arbeitsleistung, persönliche unternehmerische Initiative, persönliche Bankhaftung und durch kluge Wirtschaftsführung ein Bergrestaurant geschaffen haben.

Die aufgenommenen Bankkredite wurden aus den erwirtschafteten Pachteinnahmen und durch den Verzicht auf Entlohnung für die Agrargemeinschaftsmitglieder, den Obmann und den Ausschuss abbezahlt. Die Ortsgemeinde Jerzens hat zur Errichtung dieses Unternehmens nicht einen EURO und keinerlei sonstige Leistungen erbracht.

Die Baubescheide hat die Gemeinde als Baubehörde erlassen. Obmann und Ausschuss erinnern sich jedoch, die gesetzlich vorgesehenen Gebühren entrichtet zu haben und der Ortsgemeinde nichts schuldig zu sein. Ungeachtet dessen, erkennt die Agrarbehörde mit Bescheid vom 20.07.2012, dass die Einnahmen aus dem Gastronomiebetrieb der Ortsgemeinde zustehen sollen. Die Ortsgemeinde als neuer Eigentümer des Bergrestaurants, das die Bürgerinnen und Bürger von „Jerzens Dorf“ errichtet haben?

Was soll man dazu noch sagen?

In welchem Land leben wir eigentlich?

Haben die Kommunisten die Macht übernommen?

Haben die Faschisten die Macht übernommen?

Hat ein Justiz-Pusch stattgefunden?

Ein Putsch der Marxisten?

Der Leninisten?

Der Trotzkisten?

Der Stalinisten?

Irgendetwas scheint passiert zu sein – und wir haben davon nichts gemerkt!

Selbstverständlich übernimmt die Ortsgemeinde auch in Zukunft keinerlei Verantwortung für Betriebs- und Geschäftsführung.

Die Arbeit soll den Bürgerinnen und Bürgern bleiben.

Eine Entschädigung für die Leistungen der Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen 70 Jahren, während derer die Alm zum Bergrestaurant ausgebaut wurde, ist nicht einmal angedacht.

Der Begriff „Kommunismus“ kann die Vorgehensweise unserer Landesregierung nicht mehr erfassen.

Das ist staatliches Schmarotzertum nach Tiroler Art!

Der Staat als Schmarotzer;

das Land als Schmarotzer;

die Ortsgemeinde als Schmarotzer!

Ist das der neue Tiroler Weg?

Liebes Tiroler Land – mir graut vor Dir!

Georg Danzl

 
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