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Die Tiroler Landesregierung hat am 19.6.2012 beschlossen: PDF Drucken E-Mail
14.07.2012

Die Tiroler Landesregierung hat am 19.6.2012 beschlossen: Historiker sollen Haller´sche Regulierungen

in Osttirol untersuchen:

Die von der Landtagsopposition erhobenen Vorwürfe gegen die agrarischen Operationen (Teilung oder Regulierung) an „Gemeindegut“, haben das erträgliche Maß überstiegen. „Nazis erfanden Gemeindegutenteignung. Das Land Tirol hat eine bewährte Betriebsanleitung nach 1945 nahtlos übernommen!“ (ORF-Tirol, 14.6.2012). Solche Vorwürfe kann man nicht im Raum stehen lassen.

Leider finden die Agrargegner selbst für völlig haltlose „Analysen“ willige Medien zur Verbreitung. Der Interessierte weiß hingegen seit Jahren, dass der Bezirk Lienz bei agrarischen Operationen „führend“ war. Das geht zurück auf die k.k. Monarchie. In keinem Tiroler Bezirk wurden „unterm Kaiser“ so viele agrarische Operationen eingeleitet. Kriegsbedingt verspätet, abgeschlossen erst in der 1. Republik wurden im Bezirk Lienz bis 1938 genau 61 (!) agrarische Operationen durchgeführt. Die Kärntner Agrarbehörde (Dr. Wolfram Haller) hat es von 1938 bis 1947 auf 121 Verfahren gebracht. Wir müssen deshalb darauf vorbereitet sei, dass „Drei Weise“ aus dem Kreis der Landtagsopposition bald die nächste „Sensation“ verbreiten werden: „Schon Kaiser Franz-Josef hat mit NS-Methoden die Gemeinden enteignet!“ Und ein Heer von Medienvertretern würde bereit stehen, neue „Sensationen“ zu verbreiten.

Eine Historikerkommission wird beitragen, dass fehlendes Wissen aufgeholt wird. Eine Historikerkommission wird beitragen, dass Zweck und Ziel des Regulierungsrechts bekannt werden. Das Regulierungsrecht wurde in den 70er Jahren des 19. Jhdts in Niederösterreich entwickelt. Im Jahr 1883 hat der Reichsrat das Grundsatzgesetz dazu verabschiedet. Im Jahr 1884 folgte das erste Ausführungsgesetz dazu für Mähren, 1885 für Kärnten, 1886 für Niederösterreich, 1892 für Salzburg, 1909 für Tirol, Steiermark und Oberösterreich, 1921 für Vorarlberg. In Osttirol wurde das Teilungs- und Regulierungsrecht jedenfalls nicht entwickelt. Betroffene können sich noch auf Überraschendes vorbereiten!

Univ.-Doz. Dr. Bernd Oberhofer

 
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